Dr. Gerhard Binker

Sachverständiger und Gutachter für Schimmelpilz- und Bakterienbelastung

Sachverständiger für die Erkennung, Bewertung und Sanierung von Schimmelpilzbelastungen (TÜV)


EU-zertifiziert nach DIN EN ISO/IEC 17024 für Feuchte- und Schimmelpilzschäden


Staatlich geprüfter Desinfektor


Geprüfter Sachkundiger für Gebäudeschadstoffe (BGR 128)


Sachkundiger für den Umgang mit KMF (Mineralfasern, Glaswolle)


Hygiene-Erstinspekteur für Klimaanlagen (RLT) VDI 6022 (A)


TIB-zertifiziert nach DIN 54162 Infrarotthermographie Stufe 1 Sektor B


Fachkraft für Thermographie (TÜV)


Begasungstechniker / Raumdesinfektor nach TRGS 512 und 522


Sachkundiger für Leckortung und Zonenüberwachung


Geprüfter Wasserschaden-Sanierungstechniker


 

Hilfe! (Gefährlicher?) Schwarzer Schimmel im Haus! Ein Mythos?

 

Beim Thema „Schimmel“ oder „Schimmelpilze“ herrscht die landläufige Meinung vor, „Schwarzer Schimmel“ sei extrem gesundheitsschädlich und stelle eine ernste Gefahr und ein besonders schwerwiegendes Problem für die Bewohner und Nutzer von Gebäuden dar.
Aber ist dem wirklich so?
Ist Schwarzschimmel wirklich generell giftiger, gesundheitsschädlicher oder aggressiver als andere Schimmelpilzarten, die in Gebäuden, Häusern und Wohnungen auftreten?

Es gibt mindestens ca. 130 000 verschiedene Schimmelpilze, aber dabei nicht „den“ Schwarzschimmel schlechthin. Es gibt aber Schimmelpilze, die pigmentiert sind, also schwarz-braun gefärbt sind. Man bezeichnet sie als Schwärzepilze (Dematiaceae).

Dematiaceae gehören zur Familie der „Imperfekten Pilze“ (=Deuteromycetes, Fungi imperfecti). Hierunter fallen alle Schimmelpilze, die keine Konidiomata bilden, also nicht den Coelomycetes zugeordnet werden, sie vermehren sich scheinbar nur asexuell (Anamorph). Die Konidiophoren oder Konidien der Schwärzepilze sind durch Melanin-Einlagerungen (=schwarz-brauner Farbstoff) dunkelbraun bis schwärzlich gefärbt bzw. pigmentiert. Melanine entstehen durch die enzymatische Oxidation des Tyrosins. Sie schützen die Schimmelpilze auch gegen UV-Licht.

             

Zur Familie der Dematiaceae gehören zum Beispiel die Schimmelpilze der Gattung :

  • Alternaria
  • Bispora
  • Cercospora
  • Cladosporium
  • Curvularia
  • Fusicladium
  • Heterosporium
  • Helminthosporium
  • Hormodendrum
  • Memnoniella
  • Monodictys
  • Stachybotrys
  • Stemphylium
  • Trichocladium
  • Trichsporium sowie weitere ca. 30 Gattungen.

Vor allem Stachybotrys chartarum als schwarz gefärbter Schimmelpilz hat in der Vergangenheit „Schlagzeilen“ gemacht, da er durch das sehr giftige Satratoxin sowie Trichothecene und T2-Toxin (ein bestimmtes Trichothecen) produziert (Mykotoxine).

In den Jahren 1993/1994 registrierten Mediziner in einem Krankenhaus in Cleveland ungewöhnlich viele Fälle von Babies, die an unerklärlichen Lungenblutungen litten. Genauere veranlasste pathologische Untersuchungen der nationalen Gesundheitsbehörde Centers for Disease Control legten schließlich offen, dass die letztendlich gestorbenen Säuglinge alle aus Bezirken stammten, in denen es zuvor Überschwemmungen und damit massive Feuchteschäden gegeben hatte. Als „Bösewicht“ wurde eben dieser Stachybotrys chartarum identifiziert. Der schwarze, mit Schleim geschützte Stachybotrys chartarum hatte anscheinend massiv Mykotoxine synthetisiert. Zusätzlich produziert dieser Schimmelpilz MVOCs („Schimmelpilzgase“), wie 1-Butanol, 3-Methyl-1-butanol, 3-Methyl-2-butanol und Thujopsene (ein Sesquiterpen). Lediglich 1-Butanol wurde auf Gipskartonplatten in Gebäuden nachgewiesen.

                     

Abb.: 4 Satratoxine und Trichothecen-Grundgerüst sowie T2-Mykotoxin

Die vom Stachybotrys verursachten Lungenblutungen werden deshalb zu den Symptomen einer Stachybotryose (=Stachybotrytoxikose, siehe http://www.binker.eu/schadstoffe/aspergillose-und-stachybotryose.html ) gezählt. Mittlerweile zeigte sich aber, dass die Ergebnisse der Cleveland-Studien fehlerhaft und voreilig waren. Was bei der Einwirkung von „Schwarzem Hausschimmel“ auf die Bewohner wirklich genau passiert und abläuft, weiß man noch nicht so genau. Es gibt eben noch keine belastbaren Dosis-Wirkungsbeziehungen.

Außerdem setzt sich "der Schimmel" in feuchten, befallenen Wohnungen meist aus mehr als 50 verschiedenen Schimmelpilzarten zusammen. Dies liegt an den verschiedenen örtlich vorherrschenden Kleinklimata und Feuchten, die die einzelnen Arten bevorzugen. Oft wechseln sich auch die einzelnen Arten durch lebensnegative Feuchteänderungen ab, d.h. eine Art stirbt ab, die andere Art wächst darüber. Welche davon für Krankheitssymptome verantwortlich gemacht werden können, ist noch relativ unbekannt. Außerdem überlagern sich in Befallsgebäuden oder Wohnungen die Belastungen zusätzlich durch Bakterien, deren Endotoxine und Staubmilben-Kot sowie Feinstaub.

Der vermeintlich so gefährliche und giftige Stachybotrys chartarum wurde dagegen laut Untersuchungen nur in weniger als 12% Prozent aller befallenen Gebäude nachgewiesen. Seine Sporen sind ohnehin sehr schwer und gelangen schlecht in die Raumluft. Mykologen oder Schimmelpilz-Gutachter sprechen von „schlechter Flugfähigkeit“ der Stachybotrys-Sporen.

Wie viele Schimmelpilzsporen überhaupt in der Atemluft schweben und so in die menschliche Lunge gelangen können, hängt von sehr vielen Faktoren ab: von Sporengröße und Sporengewicht, der räumlichen Verteilung der Sporen und auch vom Aufwirbeln durch das Wohn- und Nutzerverhalten. Ebenfalls kann nicht angegeben werden, viele luftgetragenen Sporen pro Zeiteinheit eingeatmet werden, wie tief sie wirklich in die menschliche Lunge gelangen und was sie dort und auf dem Weg dorthin anrichten.

Sporengröße

 

Angriffsort

Schimmelpilzarten / Bakterien (Beispiele)

< 2 µm

Alveolen

Micropolyspore faemi

Thermoactinomycetes candidus

2-5 µm

Bronchien

Aspergillus fumigatus

Aspergillus flavus

Aspergillus nidulans

Aspergillus niger

Aspergillus ochraceus

Aspergillus penicilloides

Aspergillus terreus

Aspergillus versicolor

Acremonium kiliense

Eurotium amstelodami

Penicillium citrinum

Penicillium chrysogenum

Penicillium expansum

Penicillium glabrum

7-50 µm

Obere Atemwege

Absidia corymbifera

Alternaria alternata

Aspergillus restrictus

Aureobasidium pullulans

Chaetomium globosum

Cladosporium herbarum

Epicoccum nigrum

Fusarium spp.

Mucor recemosus

Rhizopus stolonifer

Stachybotrys chartarum

 

Abschätzen lässt sich lediglich an Hand der Sporengrößen der einzelnen Gattungen, in welchen Atemwegs- und Lungenverästelungen sie hängen bleiben sollten.

Meist kommen diese Schimmelpilze auf Lebensmitteln vor. Einige dieser Schwarzschimmel-Gattungen können unter günstigen Wachstumsbedingungen auch Lebensräume wie Gipskartonplatten, Tapeten, Papier, Decken und Wände oder Holz besiedeln. Schimmelpilze sind weniger vom Substrat (=Nahrung = Untergrund, auf dem sie wachsen), den Temperaturen und dem pH-Wert (basisches bzw. zu saures Milieu hemmen das Schimmelpilzwachstum) abhängig als vielmehr besonders von der Feuchtigkeit. Sauerstoff oder Licht brauchen sie kaum bzw. nicht.

Die Vermehrung der Schwärzepilze erfolgt meistens auf ungeschlechtlichem Wege über flugfähige Sporen, die von Sporenträgern erzeugt werden. Die Sporen werden bei schimmelbildenden Schlauchpilzen – wie etwa Aspergillus oder Penicillium – Konidien genannt. Um viele Konidien zu produzieren, erzeugen die Schimmelpilz-Myzelfäden „Konidienträger“. Diese sind je nach Art unterschiedlich und bestehen aus oft dicht verzweigten Hyphen. An den äußeren Verästelungen (=Sterigmen) werden Sporen (Konidien) ausgebildet, die kettenförmig aneinandergereiht sind. Der Schimmelpilz wird dann „staubig“, weil er viele Sporen (=Sporenstaub) abwirft und diese so an die Luft zur Verbreitung abgibt.


Fotos: Wikipedia, IAM-Labor, Umweltmykologie GbR

Da Schimmelpilze ubiquitär sind, also fast überall vorkommen, sind ihre Sporen stets in unterschiedlichen Konzentrationen in der Atemluft vorhanden. Übliche Konzentrationen sind für die meisten Menschen „ungefährlich“. Treten sie aber in sehr hoher Konzentration auf, können sie in bestimmten Fällen Allergien auslösen (vor allem bei Atopikern) oder sogar Berufskrankheiten verursachen („Farmerlunge“, Schimmelpilzallergien bei Bibliothekaren und Archivaren). Bei Menschen mit supprimiertem (=geschwächtem) Immunsystem (=HIV-Patienten, Organtransplantationspatienten sowie ältere, abwehrgeschwächte Menschen etc.) kann es ebenfalls zu schweren Erkrankungen (Mykosen) durch thermophile Schimmelpilze kommen. „Thermophile“ sind solche Schimmelpilze, die im „warmen“ menschlichen Körper überleben und aktiv wachsen können.

Schwarzschimmel ist eine direkte Gesundheitsgefahr für den Menschen, wenn er aus Versehen über schimmlige Nahrung (Marmelade, Brot etc.) aufgenommen wird, weil so Mykotoxine direkt oral inkorporiert werden. Da auch anders farbige (grüne, gelbe, weiße etc.) Schimmelpilze Mykotoxine bilden, unterscheidet sich hier der „Schwarze Schimmel“ nicht von diesen.

   

Die im Volksmund so oft erwähnte besondere Giftigkeit des Schwarzschimmels bezieht sich auch auf die Gattungen „Alternaria alternata“ und „Aspergillus niger“, letzterer ein wahrer Überlebenskünstler, der sogar bei hohen pH-Werten wachsen kann. Beide können unter Umständen Mykotoxine in ihre Umgebung abgeben. Es kann dann zu Befindlichkeitsstörungen oder körperlichen Reaktionen kommen. Hierzu gehören Asthma-artige Atemnot, Allergiesymptome, Augenrötungen und -brennen oder Fließschnupfen und ähnliches. Allerdings werden diese beiden Schwarzschimmel-Arten „Alternaria alternata“ und „Aspergillus niger“ nur eher selten in Wohnräumen festgestellt.

Nehmen Sie Kontakt mit mir zur Identifikation eines von Ihnen festgestellten Schimmelpilz-Befalls auf! Auch bei gesundheitlichen Beschwerden helfe ich Ihnen, Schimmelpilze, Bakterien oder Milben aufzuspüren!

Kontaktieren Sie mich also noch heute! Alles beginnt jetzt mit Ihrem Anruf oder Ihrer Email!

     

Tel.: 09123-99820 oder mail@schimmelpilz-sachverstaendiger.de

Dr. Gerhard Binker


Dr. rer. nat. Gerhard Binker

Dipl. Chem. (Univ.)


Westendstrasse 3

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Tel.: +49 9123 99820


Ich heiße Dr. Gerhard Binker und bin Schimmelpilz-Sachverstaendiger, Schadstoff-Experte und Baubiologe.



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